Stellen wir uns den Strom, die „elektrische Verschiebung“, als Vektor vor, ebenso wie die Bewegung eines Leiters, die „mechanische Verschiebung“, als Vektor seiner Bewegungsgeschwindigkeit. Im ersten Fall (dem Generator) wird die „mechanische Verschiebung“ als Vektor gegeben, und nach der Richtung (dem Sinn) der „elektrischen Verschiebung“ gesucht. Im zweiten Fall (dem Motor) ist die „elektrische Verschiebung“ als Vektor gegeben, gesucht ist die Richtungstendenz der „mechanischen Verschiebung“ (die elektromagnetische Kraft). Dies ist die Formel:
On prend à la suite du déplacement donné (mécanique ou électrique) le vecteur du champ (qui est toujours donné). Ces deux vecteurs ainsi placés déterminent dans leur plan un sens de rotation qui, par la règle du tire-bouchon, donne le sens dans lequel tend à se produire l’autre déplacement.[1]
Im Fall des Generators: Der Leiter kann eine beliebige Richtung im Verhältnis zur Fläche einnehmen, in der die beiden gegebenen Vektoren liegen, und man muss sich die Achse des Korkenziehers schräg vorstellen, bei Normalrichtung stets entsprechend dem Maximum der Richtungstendenz (induzierte elektromagnetische Kraft). Im Falle des Motors: elektromagnetische Kraft, rechtwinklig zur Ebene der beiden gegebenen Vektoren, der imaginäre Korkenzieher wird immer eine senkrechte Achse haben. Diese Regel könnte, wie es scheint, erfolgreich die Fleming-Regel ersetzen, denn das einzige, was man hier wissen muss, ist, dass der Vektor des Feldes, der für beide Fälle gleich ist, nach dem anderen gegebenen Vektor angeordnet werden muss, damit man sich auf die Aussage verständigen kann, dass das Feld bestrebt ist, das Ende des gegebenen Verschiebungsvektors in seinem Sinn (seine Richtung) zu bewegen.
I. F. Ognev zufolge wird hier von den Kreisen berichtet, die allein zurückgebliebene Reisende beschreiben, wenn sie eigentlich geradeaus gehen wollen. Dasselbe wissen auch die Baschkiren.
Rechts und Links
Die Hellenen schreiben und zählen mit Steinchen von der linken Seite zur rechten, die Ägypter aber von rechts nach links, obwohl diese behaupten, sie würden zur rechten Hand hin schreiben, die Hellenen dagegen zur linken. (Herodot, Geschichte in neun Büchern, IV, 36. Übersetzung aus dem Griechischen von O. G. Miščenko, Bd. 1, Moskau 1888, S. 135)
Subjektivismus und Objektivität: So auch in der Kirche – rechts und links wird objektiv, aus Sicht des Objekts, definiert, und nicht aus Betrachtersicht. Die hebräische Schrift, die ägyptische Schrift, die kirchlichen Vorschriften (Segnung einer Sache, rechte und linke Seite des Altartisches usw.). Das Rechts der Griechen ist subjektbezogen, das der Ägypter objektbezogen.
1
Die Spirallinien, die sich in einem Waschbecken bilden, drehen sich gewöhnlich von links nach rechts; ein umgekehrter Verlauf von rechts nach links wird nur in Ausnahmefällen beobachtet.
Henri Coupin: Bizarre Tiere [Les animaux excentriques]. Übersetzung der Ärztin E. D. Vurlafič [Pričudlivye životnye], Sankt Petersburg, Verlag von A. F. Marks, 1903, S. 324 (Moskauer Geistl. Ak. 92,304. NB Dieses Buch unbedingt erwerben.)
Doch was bedeutet dieses „von links nach rechts“? Offensichtlich blickt H. Coupin vom Ende der Windungen auf ihren Ursprung, dieser Ursprung aber ist natürlich dasjenige Ende, von dem das Wachstum seinen Anfang nimmt, d. h. die älteren Windungen sind auch die kleineren. Dann muss man aber sagen, dass die Windungen nicht „von links nach rechts“ verlaufen, sondern von „rechts nach links“, d.h. gegen den Uhrzeigersinn.
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Das Ohrlabyrinth bzw. die Ohrmuschel stellt eine Spirale dergestalt dar, dass die zusammenlaufenden Windungen im Uhrzeigersinn gerichtet sind. Folglich hat diese Spirale, betrachtet man sie von ihrem Zentrum aus, dieselbe Richtung wie auch die Muscheln von Weichtieren, die sich gegen den Uhrzeigersinn entwickeln.
„Die Riella hat ein gerades Stämmchen, der Flügel ist einseitig, gewellt und sogar spiralförmig eingedreht.“ (S. I. ROSTOVCEV: Morphologie und Systematik der Lebermoose [Morfologija i sistematika pečenočnikov i mchov], Moskau 1913, S. 67, Bild 101)
Riella helicophylla (Jungermannideae, Riellaceae) – Beispiel einer spiralförmigen (gewundenen) Oberfläche in der Pflanzenwelt.
[1] (franz.) Wir betrachten neben der gegebenen Verschiebung (mechanisch oder elektrisch) den Vektor des Feldes (der immer gegeben ist). Diese beiden so festgelegten Vektoren bestimmen durch ihre Ebene eine Drehachse, für welche die Korkenzieherregel die Richtung angibt, in der die andere Verschiebung tendenziell auftritt.
[2]Bates, Henry Walter: The naturalist on the river Amazons (2 Bd.), London 1863 (Online), russ.: Naturalist na reke Amazonke, o. A. 1865
Il’in (Dissertation über die Orientierung im Raum).
Yves Delage: Über die Orientierung der Krebse – die Bewegung von Otolithen.
(Menière-Krankheitbeim Menschen – durch das Verkleben der Otolithen – Unmöglichkeit der Orientierung im Raum: Der Mensch kann nur liegen. Furchtbares Krankheitsbild.)
(Einer der größten Kenner der Anatomie und Physiologie der Ohren ist Dr. Nikolaj Fedorovič Popov– bei ihm kann man sehr viel lernen, er hat viele eigenständige Arbeiten verfasst.)
Der Priester sticht das Lanzettmesser [bei der Zurüstung] in die rechte Seite der Prosphora, nahe des Siegels…
Im Verhältnis zu uns ist dies die linke Seite. Es ist notwendig, sich stets vorzustellen, dass die Prosphora uns sozusagen anschaut; dann wird unsere rechte Seite zur linken im Verhältnis zum Rüsttisch und zur Prosphora, die linke Seite der Prosphora dagegen wird im Verhältnis zu uns zur rechten.
(Erzpriester V. Vladislavlev: Erläuterung des Gottesdienstes der heiligen orthodoxen Kirche [Ob‘‘jasnenie bogosluženija svjatoj pravoslavnoj Zerkvi], Twer 1876, S. 235)
Die Deutschen sind der Meinung, dass ein Ostwind nicht nach Norden drehen kann, sondern immer dem Lauf der Sonne folgen muss: „Von Ost durch Nord kann sich der Wind nicht drehen, stets muss er mit dem Lauf der Sonne gehen.“ Bei uns sagt man, dass auch die Wirbelwinde im Sommer sich immer mit der Sonne drehen.
(Alexej [Sergeevič] Ermolov: Landwirtschaftliche Volksweisheit in Sprüchen, Redewendungen und Schicksalszeichen [Narodnaja sel’skochozjajstvennaja mudrost‘ v poslovicach, pogovorkach i primetach], Bd. 4 Wetterregeln, Sankt Petersburg 1905, S. 130) (PDF ru)
Aus der Beobachtung:
Windhosen drehen sich immer mit der Sonne (Tschuwaschen).
Der „Zakrut“ (Zalom, Zavitok) [dt. etwa: Zubinden], der bis heute ganze Dörfer in Angst versetzt, darf nicht mit dem [Brauch des] Garbenbinden „für das Barthaar“ [russ.: na borodu Volosu] verwechselt werden; letzteres … wird öffentlich und mit guten Wünschen getan – um der Ernte und des Überflusses willen. Der „Zakrut“ dagegen wird heimlich, aus Rachegelüsten, geflochten, aus dem Wunsch heraus, dem Besitzer des Feldes Böses zuzufügen, und ist vom Verfluchen der Fruchtbarkeit begleitet. Er vollzieht sich wie folgt: Ein böser Zauberer ergreift ein Bündel Ähren an der Wurzel, biegt es nach unten und bindet es mit einem festen Strick oder bricht und dreht (flechtet) es nach Westen, jener Richtung, die mit den Begriffen des Todes, der bösen Macht und der Unfruchtbarkeit verbunden ist; im Knoten des „Zalom“ findet man manchmal gekochtes Korn oder Gräbererde: Das eine wie das andere ist Symbol des Absterbens.
(Alexander Afanasjew: Poetische Ansichten der Slawen in Bezug auf die Natur [Poėtičeskie vozzrenija slavjan na prirodu] Bd. 3, Moskau 1869, S. 515) (PDF ru, Teil 2)
Der Conflict der das expansive Gegenstreben in sich erweckenden und erregenden condensiven Energie [gibt] mit jener sofort die Rotation (die Unruhe), d. h. eben die Aufstörung jenes Ab- und Ungrundes allen Lebens, wie dessen Ausgleichung die Ruhe… Was die Alten mit ihrem Naturcentrum (dem ersten, gleichsam magische, Lebenszirkel) oder Geburtsrad andeuteten, war eben nichts anderes, als jene Rotation. Die bekannte Figur
bezeichnet schon einen zweiten Moment der Lebensgeburt, nämlich den aus jenem Naturrad hervorbrechenden Feuerblitz, worüber meine Schrift „Über den Blitz als Vater des Lichtes“ nachzusehen.
(In diesem Aufsatz wird der Blitz als kritischer Punkt der kosmischen Evolution betrachtet, und indem der Naturkreislauf ihn durchläuft, erreicht er seine wahre Grundlegung im göttlichen Licht.)
Die Kreisbewegung ist also antinomisch, wie auch das Kreuz, und in gewissem Sinne sind diese Antinomien einander äquivalent.